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WZ, 28.11.2019 - Leicht­fü­ßig wie ein spie­len­des Kind
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An­dre­as Ma­scha hielt in der „Neu­en Ga­le­rie“ ei­nen Vor­trag über den im Mai ver­stor­be­nen Künst­ler Ba­la­vat
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Vor einem Jahr fand im Salon der „Neuen Galerie“ in Hachenburg ein religionswissenschaftliches Symposion über die Lehre des „Integralen Yoga“ von Sri Aurobindo statt. Der Verleger und Bewusstseinsforscher Andreas Mascha, der die Veranstaltung moderierte, knüpfte am gleichen Ort an die Thematik an, indem er in das philosophische Werk des vor wenigen Monaten verstorbenen Künstlers Balavat einführte. Unter dem Titel „Der Involution-Evolutionsplan“ erläuterte Mascha Balavats Sri-Aurobindo-Rezeption.
Balavat ist wie Aurobindo ein Einheitsdenker. Gegensätze wie Gut und Böse, Geist und Materie, Einheit und Vielheit, Sein und Werden lässt er nicht in ihren dualen, antagonistischen Positionen stehen, sondern lässt sie zusammenfallen. Voraussetzung für dieses Denken ist die Annahme eines absoluten Seins, welches in sich relationslos sein muss, sonst wäre es nicht absolut. „Das seiende Nichts“ nennt Balavat es in seinem philosophischen Hauptwerk. Ein Teil dieser Ontokosmologie ist die Annahme eines Urknalls vor knapp 14 Milliarden Jahren. Ein Universum entstand, in dem Sterne Materie erbrüteten. Es entstand Leben und schließlich Geist, in dem sich die Evolution selbst begriff. So weit, so bekannt, nichtsdestotrotz kompliziert genug.
Woher kam aber dieser Geist? Ist er allein Ausdruck neurochemischer Prozesse, also rein materiell bedingt? Balavat geht wie Aurobindo davon aus, dass alles, was sich evolutiv entfaltet, bereits involutiv eingefaltet und hineingelegt sein muss. Das absolute seiende Nichts enthält die Potenzialität für alle sich entwickelnde Vielfalt und führt diese wieder in die Einheit zurück.
Diese Prozesse laufen aber nicht uhrwerkartig hintereinander ab, sondern sind ständig in einem dynamischen kosmologischen Spiel miteinander verbunden. Für die Evolution des Bewusstseins heißt das, sie ist noch nicht abgeschlossen. Für jeden einzelnen bedeutet das, dass er herausgefordert ist, eine bewusste Entscheidung zur Selbstentwicklung zu treffen.
Für den im Mai dieses Jahres verstorbenen Künstler Balavat, der in Hachenburg zwei Cafés hatte, bedeutete das, seine Kreativität, sein Denken und seine spirituelle Praxis in Einklang zu bringen und zu vervollkommnen. Balavat ging diesen steilen Weg nicht mit mühsamen, schweren Schritten, sondern leichtfüßig, hüpfend, springend, tänzerisch wie ein spielendes Kind. Und wenn die Hand des Buddha ihm aus dem Nichts heraus ein Werthers-Echte-Bonbon reichte, dann hat er davon genascht, wie man es in einem seiner Werke, das im Galerie-Café hängt, sehen kann.
„Das spielende Kind“ ist die Übersetzung des Sanskritnamens „Balavat“, erläuterte Mascha, und führte kurz in das entsprechende Bild ein. Mit diesem Namen hat Balavat sein vielfältiges Werk gezeichnet, mit diesem Namen ging er in die Einheit ein. Andreas Mascha vermochte es, die Zuhörer mit seinem Referat über die Ideenwelt des „Supra-Avantgardisten“, wie sich Balavat selbst bezeichnete, zu fesseln und geistig anzuregen. Es entspann sich eine lebhafte Diskussion.