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WZ, 30.4.18 - Festival macht Spiritualität mit allen Sinnen erfahrbar
Themen Individualität und Achtsamkeit prägen besondere Veranstaltung in Hachenburg

Von Matthias Budde

Hachenburg/Marienstatt. Banner mit der Aufschrift „Frühlingserwachen“ und Leinen mit Gebetsfähnchen wehen im Wind und begrüßen die Teilnehmer des zweiten Spirituellen Festivals in Hachenburg. Ein Potpourri aus Vorträgen, Filmen, Kunst und Musik, Workshops und Besichtigungen, welches die Spiritualität aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet, haben die Veranstalter in die sechs Festivaltage gepackt. Jeder kann sich sein individuelles Programm zusammenstellen.

Das Thema Individualität, so zeigt sich bereits in den ersten Tagen, wird sich, wie auch die Aspekte der Erfahrung und Achtsamkeit, wie ein roter Faden durch das Festival ziehen. Einige Besucher haben bei der Kulturzeit das Kombiticket gebucht, mit dem alle Veranstaltungen besucht werden können. Heidi aus Hannover gehört dazu. Durch die Workshopreihe „Spiritualität und ganzheitliche Gesundheit“ von Uwe Albrecht hat sie vom Festival gehört. „Mit seiner Methode habe ich bereits gute Erfahrungen“, verrät sie unserer Zeitung. „Ich schätze an ihm besonders seine Klarheit im Ausdruck.“ Freundliche, aufgeschlossene Menschen seien ihr in Hachenburg begegnet, der Ort sei schön und gepflegt, die Natur großartig, allein ein paar mehr öffentliche Mülleimer und Aschenbecher wünscht sich die Genussraucherin. „Auch in der Großstadt werfe ich keine Kippe auf den Boden“, erklärt sie. Achtsamkeit in kleinen Dingen, ein großes Thema des Festivals.

Den Wechsel von Konzentration und Entspannung im ausgewogenen Programm lobt Heidi besonders. Der Vortrag über die Künstlerin Renate von Charlottenburg hat sie angeregt, sich in den nächsten Tagen im Neue Galerie Café und in der Ausstellung im Vogtshof noch einmal betrachtend in diese märchenhafte Bilderwelt zu begeben. Vom Konzert in der katholischen Kirche schwärmt sie: „Ich fühlte mich wie eingehüllt von den Tönen.“ Am Samstag treffen wir Heidi in Marienstatt, wo die Festivalteilnehmer einen Tag lang der christlichen Spiritualität der Zisterzienser begegnen können. „Ein Ort, der zum Wiederkommen einlädt“, findet sie, „vielleicht, um einen Brottopf aus Salzbrand zu kaufen, denn mir gefallen regionale Besonderheiten.“

Der Tag in Marienstatt mit Spaziergängen, Mahlzeiten, einer Klosterführung und Filmvorführung wird immer wieder unterbrochen durch die Tagesgebetszeiten der Mönche. So erhält der Tag seine ordenstypische Struktur von „Ora et Labora“. Eine Methode, die den Mönchen hilft, sich über die Jahre immer tiefer in das Mysterium Christi zu versenken und Gott zu suchen. „Ein Weg in die Weite“, wie es der Benediktiner Anselm Grün ausdrückt. Der Abend klingt aus in einer Nacht der Lichter und des Gebetes, denn in Marienstatt sind in diesen Tagen viele, vor allem junge Menschen, zu Gast. „Gäste dürfen im Kloster nicht fehlen“, sagt die Ordensregel. Mönche allerdings auch nicht. Frater Nikolaus legt den Teilnehmern einer Führung eine entsprechende Gebetsintention ans Herz.

Westerwälder Zeitung vom Montag, 30. April 2018, Seite 13