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WZ, 30.4.16 - Hardeck: Echte Spiritualität macht uns frei
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Redakteurin: Nadja Hoffmann-Heidrich
Mit einem geistreichen und kurzweiligen Vortrag über Spiritualität in der Gegenwart hat der aus Hachenburg stammende Religionswissenschaftler und Geschäftsführer des Kultursommers Rheinland-Pfalz, Professor Jürgen Hardeck, das Festival „Frühlingserwachen“ eröffnet. Gleichzeitig lobte er das Engagement der Festival-Organisatorinnen Beate Macht (Kulturzeit), Annesuse Ganseforth (Neue Galerie Café), Birgit Henrich (Biologin und Heilpraktikerin) und Karin Leicher (Cinexx). „Das Festival ist eine Chance für unser Hachenburg“, sagte er zum Auftakt im voll besetzten Neue Galerie Café, das während des gesamten Wochenendes Treffpunkt und Ort des offenen Austauschs ist.
Vor allem Menschen in der zweiten Lebenshälfte, so vermutet Hardeck, hätten nicht mehr unbedingt Lust auf große Spektakel, sondern fühlten sich von einer Veranstaltung, die Körper, Geist und Seele gleichermaßen anspreche, eher angezogen, weshalb er schon jetzt darauf hofft, dass das Festival eine Wiederholung erfährt. Spiritualität, so Hardeck weiter, habe nichts mit Spiritismus oder Geisterbeschwörung zu tun. Vielmehr sei Spiritualität ein Gefühl für eine Kraft, die alles lebendig mache. Dieses Gefühl stehe nicht im Widerspruch zu den Weltreligionen, wie etwa dem Christentum, sondern es habe schon lange vor deren Entstehen existiert und sei sogar ein wichtiger Teil der Religionen. Damit reagierte Hardeck auf einige kritische Stimmen, die sich vor dem Festival zu Wort gemeldet und vor esoterischen Manipulationen gewarnt hatten. Echte Spiritualität, so der Religionswissenschaftler, mache frei und fördere das Selbst. Wer hingegen vom Leben wegführe und Abhängigkeiten erzeuge, sei ein Scharlatan.
Bei seinen rund einstündigen Ausführungen lieferte Hardeck immer wieder Bezüge aus der gesamten Kulturgeschichte – beginnend bei keltischen, griechischen und römischen Riten, über Mittelalter und Aufklärung bis hin in die Smartphone gesteuerte Zeit des Hier und Heute. Anders als früher ließen sich die Menschen Spiritualität nicht mehr nur theoretisch „von oben“ aufzwängen, sondern sie wollten ihre eigenen Erfahrungen machen. Die Naturwissenschaften hätten zwar schon vieles erklärt und entwickelt, Sinnfragen aber beantworteten sie nicht.
Bei seiner zentralen These berief sich Hardeck auf ein Zitat Karl Rahners: „Der fromme Mensch von morgen wird ein Mystiker sein.“ Spiritualität helfe dabei, sich auf das zu besinnen, was wirklich wichtig sei im Leben. Konsum etwa sei nur eine Ersatzbefriedigung, die uns davon abhalte, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren. Der große Ansturm im Café zeigte, dass das Interesse am Thema Spiritualität groß ist, das noch bis Sonntag in zahlreichen Veranstaltungen vertieft wird.