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WZ, 22.10.13 - Mentalistenshow verblüfft
fu__776_r_presse_internet.jpg Kultur Marc Hagenbeck und Rainer Mees stehen gemeinsam auf der Bühne
Von unserem Mitarbeiter Matthias Budde

Gemeinsam auf der Bühne stehen wollten sie schon immer, die beiden Mentalisten Marc Hagenbeck und Rainer Mees. Marc Hagenbeck lebt in Isenburg und ist Mitglied der Gemeinschaft Europäischer Mentalisten (GEM), Rainer Mees ist Trainer, Seminarleiter und Hypnosetherapeut. Als Hagenbeck vor knapp neun Monaten einen Auftritt im Neue Galerie Café in Hachenburg hatte, sagten sie sich, wann, wenn nicht jetzt. Aus dem Erfolg ihrer improvisierten Zusammenarbeit entwickelten sie die „Big Brain Theory“, ein Programm, das sie nun deutschlandweit spielen, natürlich auch im Galerie Café, wo alles begann.

Mentalisten sind eingespieltes Duo und reagieren blitzschnell
Die zwei teilen sich praktisch ein Gehirn, wobei die Aufgaben klar verteilt sind. Mees ist auf Empfang eingestellt, ist ständig beim Publikum und reagiert blitzschnell und witzig auf alle Stimmungen und Äußerungen. Er ist vor allem auch ein Mundwerker, während es Hagenbeck gelingt, Komik wortlos zu erzeugen. Er ist eher der Sender, auch seine Suggestionstechniken funktionieren oft körpersprachlich, anders als bei Mees, der in der Sahara Sand verkaufen könnte. Eben warnt er noch die Zuschauer, Handlungsaufforderungen kritisch zu hinterfragen, da folgen ihm auch schon die nächsten Kandidaten willenlos auf die Bühne.
Wie es um die Wahrheitsliebe der Hachenburger bestellt ist, führen die beiden „Enterbrainer“ eindrucksvoll vor, keine Gefühlsregung bleibt ihnen verborgen. Auch die vom Publikum generierten Lottozahlen sagen sie richtig voraus. Zwischendurch kalauern sie auch: „Wissen Sie, was hinten auf diesem Umschlag steht?“, fragt Hagenbeck. „Nein“, antwortet die Zuschauerin wahrheitsgemäß. „Ich wusste, dass Sie das sagen!“ Hinten auf den Umschlag steht „Nein“ geschrieben. Im Umschlag befindet sich aber das Foto der Schauspielerin, die die Kandidatin zuvor genannt hatte.
Das verblüffte Publikum staunt schweigend. „Können Sie bitte mal ausrasten“, kommandiert Mees, und die Spannung entlädt sich im Applaus. So routiniert die beiden aufeinander eingespielt sind, sie bleiben dem Impromtu-Charakter ihrer Show treu, denn auch das Publikum ist jedes Mal anders, und ein wichtiger Faktor im Spiel mit den Gedanken und Gefühlen. Bisweilen überrascht Mees auch seinen Kompagnon, vielleicht sogar sich selbst. „Jetzt guckt Marc gerade wie eine neue Hühnersorte“, kommentiert er dann dessen konsternierten Blick.
In Abgrenzung zum Zauberkünstler, der mit Tricks und Illusionstechniken das Unmögliche wirklich erscheinen lässt, bewegen sich Mentalisten im Bereich des Unwahrscheinlichen. Können sie Gedankenlesen, funktioniert Telepathie? In der Pause erklärt ein Mann seiner Frau, wie die Tricks vermeintlich funktionieren. „Will ich gar nicht wissen“, gibt diese unwirsch zurück.

Publikum staunt schweigend und darf fleißig mitmentalisieren
Diese Haltung empfiehlt auch Marc Hagenbeck. „Es geht nicht darum, in einen Wettstreit mit dem Publikum zu treten. Wir wollen gemeinsam einen schönen Abend gestalten“, sagte er der Westerwälder Zeitung. Empathie heißt das Zauberwort und nicht Hokuspokus. Das gilt letztlich immer, wenn Menschen miteinander in Beziehungen treten.
Mit den Worten Hoffnung, Liebe, Sehnsucht, Wut, Enttäuschung und Trauer sind die sechs Seiten eines Gefühlswürfels beschriftet. Wie schnell diese umschlagen können, wissen wir alle, wer sich welche Würfelseite ausgesucht hat, nur die Mentalisten. Aber auch die Zuschauer mentalisieren fleißig mit, und so entsteht ein Gewebe aus Blicken, Energie und Emotionen. Das Publikum ist gebannt. Das ist das eigentliche Kunststück von Rainer Mees und Marc Hagenbeck.