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WZ, 25.03.13 - R(h)ein Mental mit Marc Hagenbeck
R(h)ein Mental verblüffen mit Kunststücken
Marc Hagenbeck und Rainer Mees offenbaren einige ihrer Tricks im Neue-Galerie-Café in Hachenburg
Von unserem Mitarbeiter Matthias Budde

marc_hagenbeck_fu__776_r_presse.jpgHachenburg. „Woran denkst du gerade?“ Diese Frage kann Panik auslösen. Nicht so bei Marc Hagenbeck und Rainer Mees. Die beiden Mentalisten und Gedankenleser stellen sich ihrem Publikum mit großer Empathie und ohne Indiskretion. Da die Zuschauer nicht nur geistig anwesend sind, herrscht im Galerie-Café Hachenburg drangvolle Enge. Mit verblüffenden Kunststücken begeistern die beiden Mentalmagier die Anwesenden, und sie legen auch einige ihrer Mnemotechniken offen. Sie sind von Kopf bis Fuß auf Merken eingestellt. Hagenbeck und Mees schütteln die US-Präsidenten aus dem Handgelenk. Haben Eisenhower im Bleifuß, Kennedy im Knie, winken Nixon mit dem Fischschwanz zu und schützen ihre Schultern mit einer Pelerine gegen Reagen. Wenn ihrem Mund ein Pfiff entweicht, Clin(gt)Ton, oder an was denken sie beim Oval Office? Bei Busch denken sie an volles Haar, und bei Obama kriegen sie Hörnchen.

Gedanken und Worte sind ihre Werkzeuge, mit ihnen schaffen sie Realitäten und konstruieren Welten, spüren und fühlen ihnen nach. Natürlich kennen sie auch die Lottozahlen, allerdings nur die, die die Zuschauer sich ausgedacht haben, nicht die, die das Ziehungsgerät von Westlotto generiert, es denkt eben nicht. Lügen haben kurze Beine, oder hübsche Grübchen, kichern verlegen oder haben eine lange Leitung. Körpersprache und Reaktionsmuster sind verräterisch.

Ein bisschen unheimlich ist es schon, aber mit Charme und selbstironischem Humor nehmen Hagenbeck und Mees den Mitmachkandidaten die Hemmungen. Fregatte, Fußball, Schamane und Fahrrad – wer hat sich welches Wort ausgedacht? Mees ordnet alles richtig zu, und aus fünf Gewinnumschlägen zieht eine glücklich verheiratete Frau nicht etwa zweifelhafte Romantikwochenenden mit Hagenbeck, sondern gemeinsame Zeit mit ihrem Lebensgefährten. Als ein Zuschauer die Uhr eines bei einem Grubenunglück umgekommenen Bergmanns dessen Foto zuordnen soll, wird es ganz still im Raum. Faszinierend – auch dieses Experiment gelingt.
Mees und Hagenbeck sprechen bewusst von Experimenten, denn nicht alles gelingt. Sie sind selbst ernsthaft neugierig. Was funktioniert, wirft Fragen beim Publikum auf, was nicht klappt, bei den Experimentatoren. Die Versuchsanordnung ist jedes Mal neu; jedes Publikum ist anders. In Hachenburg jedenfalls herrschen große Aufgeschlossenheit und Begeisterung.
Hagenbeck und Mees rechnen mit dem menschlichen Faktor. Ein Kandidat sortiert Fotos nach empathischen Gesichtspunkten. Ohne es zu wissen, hat er, fast fehlerfrei, die Lebenden von den Toten geschieden. „Denkt mal drüber nach, bei wem ihr euch immer schon mal wieder melden wolltet“, sagt Mees und entlässt ein nachdenkliches Publikum in die Pause.
Zu begrenzt ist der Platz, um alle Bravourstücke der beiden zu beschreiben. Einen Tipp geben sie noch für die tägliche Kommunikation: „Denken Sie nicht immer dazwischen, hören Sie zu!“ Nach der Veranstaltung saß man noch lange bei Wein und Gesprächen im Café zusammen. Man muss kein Mentalist sein, um zu wissen, woran das lag.