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WZ, 2.12. 2003 - Pop Art-Ausstellung
Auf drei Etagen werden Schätze der Pop Art gezeigt
Gelungene Ausstellung in Neuer Galerie Hachenburg - Über 50 Bilder vom Feinsten - Einige Originale und Unikate dabei in HACHENBURG.

pop_art_presse.jpgEine heiße Tasse Cappuccino, ein kleiner Imbiss oder ein leckeres Stückchen Kuchen. Dazu wird unverbindlich Kultur gereicht. Ganz zwanglos. Und sogar auf drei Etagen. Renate und Eckehard Böttrich - besser bekannt unter seinem Künstlernamen Balavat - haben einige Schätze der Pop Art in ihrer Neuen Galerie in Hachenburg zusammengetragen. Auch die Sache mit der Rede zur Ausstellungseröffnung gestaltete sich ganz unkompliziert. Gehalten wurde sie nicht, jeder konnte sich ein Exemplar nehmen und selbst lesen. Es ist recht beachtlich, was die neue Ausstellung zeigt. Allein vier Originale und zahlreiche Unikate befinden sich unter den Werken. Wer kennt sie nicht, die Klassiker der Pop Art? Und alle sind sie hier versammelt. Alex Katz malte immer wieder seine eigene Frau mit ausdruckslosem Gesicht, als ob sie eine Art Barbie Puppe wäre. Roy Lichtenstein zeigt in seinem Siebdruck "The oval office" den amerikanischen Präsidentenstuhl aus dem Weißen Haus (zur Amtszeit von Bill Clinton). Das "Combine painting" von Robert Rauschenberg und Jim Dine ist eine Kombination von abstraktem Expressionismus und Pop art, ausgedrückt durch Malereien in Verbindung mit darauf befestigten Gegenständen des täglichen Lebens. Andy Warhol präsentiert sich mit seltenen Stücken. Schloss Neuschwanstein mit edlem Rahmen in kleiner Auflage. In nächster Nähe die zurzeit einzig frei verfügbare Marilyn Monroe in Deutschland. Direkt daneben noch ein Unikat - ein durch den Künstler selbst "geadelter" Druck - in dieser Farbausführung nur einmal vorhanden. Eine Auftragsarbeit eines afrikanischen Häuptlings aus dem Swasiland. Motiv: "Queen Twombli", die Königin, seine sechste Frau. Von Keith Haring hängen zwei U-Bahn- Zeichnungen an der Wand, auf dunkle Leinwand aufgezogen und fixiert. Bilder, die er als relativ unbekannter Künstler in der New Yorker Metro an Flächen, die nicht plakatiert werden durften, angebracht hat. Praktisch moderne Graffitis. Ein Polizist hat sie entfernt, "gerettet" sozusagen. Das Frontbild der Einladung findet sich in der oberen Etage der Galerie: ein Aquarell von Allen Jones mit dem Titel "Piano Variation". Auf dem Original sind noch die Bleistiftstriche zu erkennen. Der Betrachter kann förmlich die Jazzmusik aus den Bewegungen des gemalten Pianisten hören und zusehen wie eine Frau sich erotisch-geisterhaft aus der Musik erhebt. Im Treppenhaus auf dem Weg dorthin findet sich "Catwalk" - eine vierteilige Radierung. Der englische Künstler der Brit Art, Damien Hirst, stellt Ingredienzien von Medikamenten (Valium, Opium) dar und macht deren Wirkstoffe anhand bunter Punkte sichtbar. "Man hat hier die unterschiedlichsten Perspektiven auf dem Weg durch die drei Etagen. Durch Integration in das Café sinkt die Hemmschwelle und Kunst wird einem näher gebracht", schwärmt eine Besucherin. Der Betrachter erfährt viel auf der unterhaltsamen Führung durch die Galerie. Unten wieder angekommen, kann er schließlich noch eine Tasse Tee genießen.
Doris Kohlhas